Buntmetalle

Buntmetalle wurden in der Kunstrezeption früher pauschal als «Bronze» bezeichnet. Erst seit den 80er Jahren bemüht man sich um präzisere Materialbezeichnungen.

Reine Metalle werden gewöhnlich zu Legierungen gemischt. Im Handel kann eine Vielzahl standardisierter Legierungen bezogen werden. Die chemische Zusammensetzung der Legierungen kann je nach Eigenschaft stark schwanken. Alle angegebenen Werte (in Prozent) sind daher näherungsweise zu verstehen.

Das Aussehen der Metalle kann sich durch Bearbeiten der Oberfläche stark verändern, zum Beispiel beim Patinieren. Daher ist schwerlich ein bestimmtes Material einem charakteristischen Erscheinungsbild zuzuordnen. Eine anschauliche Vorstellung vermitteln unsere Führungen.

 

Bronze Reine Zinnbronze Glockenguss

Bronze Reine Zinnbronze wird verwendet beim Glockenguss oder wenn spezielle mechanische Eigenschaften verlangt sind. Mit der Höhe des Zinn-Anteils wird die Bronze heller und härter – beim Glockenguss beträgt er meist etwa zwanzig Prozent. Die im Kunstguss gebräuchliche Legierung ist GBZ 10.

Anteile in Prozent (GBZ 10): Cu 90 / Sn ab 10 
Giesstemperatur: 1'050–1'250 Grad Celsius

Rotguss

Rotguss Bei dem, was landläufig «Bronze» genannt wird, handelt es sich gewöhnlich um Rotguss. Dieser enthält weniger Zinn als reine Zinnbronze und ist das preisgünstigste Buntmetall. Rotguss besitzt eine gelbliche bis rötliche Färbung, lässt sich leicht bearbeiten, treiben und patinieren. Rotguss entspricht am ehesten der Zusammensetzung der antiken Bronzen.
Anteile in Prozent (RG5): Cu 86 / Sn 4.5 / Zn 5.5 / Ni 1 / Pb 1.4 / andere
Giesstemperatur: 1'020–1'150 Grad Celsius

 

Messing

Messing oder Gelbguss ist eine Kupfer-Zink-Legierung. Der Zink-Anteil liegt zwischen zwanzig und vierzig Prozent. Messing ist preisgünstig und leicht zu verarbeiten – es ist dünnflüssig und fliesst sehr fein aus. Seine Korrosionsbeständigkeit macht es zu einem geeigneten Giessmetall für Beschläge und Armaturen. Es kann warm gezogen und gepresst zu Blechen und Profilen verarbeitet werden.

Im indischen und afrikanischen Gelbguss wird das Metall direkt in der Form geschmolzen; eine starke Rauchentwicklung ist Indikator für das Erreichen der Giesstemperatur. Poliert ist Messing von gelber Farbe. Es schwindet stärker als Bronze und reisst beim Abkühlen leichter.

Anteile in Prozent: Cu 63 / Sn 1.2 / Zn 33 / Pb 1.5 /andere
Giesstemperatur: 1'000–1'120 Grad Celsius

Neusilber

Neusilber, auch «Alpaka»/«Alpacca», «Argentan» oder «Packfong» genannt, ist eine Nickel-Bronze mit kühler, silbriger Oberfläche. Entgegen seiner Bezeichnung enthält es kein Silber. Es ist sehr witterungsbeständig und sogar seewassertauglich. Heute findet man es vor allem als Schlüsselmetall.

Neusilber war bis zu seiner Ablösung durch Chromnickel-Stahl gebräuchlich in der chemischen Industrie, bei der Herstellung von Armaturen und Schiffsbeschlägen. Im Art Déco wurde es gern für Beschläge, Lampen und Uhren verwendet.
Anteile in Prozent: Cu 66 / Zn 22 / Ni 12 / andere
Giesstemperatur: 1'140–1'260 Grad Celsius

Tombak

Tombak Der Begriff «Tombak» ist nicht mehr gebräuchlich – es handelt sich um ein niedriglegiertes Messing (bzw. Messing mit höherem Cu-Gehalt), das wir selbst herstellen. Tombak wird verwendet, wenn der Rohguss weder rötlich noch gelblich sein soll.
Anteile in Prozent: Cu 67 / Zn 31 / Pb 1 / Si 0.4 / andere
Giesstemperatur: 1'020–1'120 Grad Celsius

Aluminium

Aluminium und andere Al-Si-Legierungen sind weiss bis grau, glänzend, einfach zu giessen und zu schweissen und von geringem Gewicht. Durch das schützende Aluminiumoxid ist es recht beständig und reagiert nur geringfügig auf Oberflächenveränderung etwa durch Patinieren.

Aluminium mutet etwas leblos an und wird daher oft eingesetzt, wenn das Werk später noch bemalt werden soll. Wird die schützende Oxidschicht zerstört, wird es korrosionsanfällig.
Giesstemperatur: 660–750 Grad Celsius

Gusseisen

Gusseisen Eisenlegierungen können extrem unterschiedliche Eigenschaften haben, abhängig vom Kohlenstoffgehalt und von der Art, wie dieser im Gefüge kristallisiert ist. Wegen der höheren Schmelztemperaturen erfordert Eisenguss eine Sand- oder Keramikform.
Giesstemperatur: 1'280–1'380 Grad Celsius

Stahl 37

Stahl 37 / Baustahl ist elastischer als Gusseisen und wird verwendet, wenn das Eisen Verdrehungen standhalten soll. Beim «Frischen» wird durch Einblasen von Sauerstoff der Kohlenstoffgehalt auf 0.2 Prozent reduziert. Im Werk wird das Metall in Blöcke gegossen, zu Profilen gepresst oder zu Platten gewalzt, die als Ausgangsmaterial geschnitten, gebogen, gestanzt und geschweisst werden können.
Giesstemperatur: 1'400–1'600 Grad Celsius

 

Chromnickelstahl

Chromnickel-Stahl ist ausgesprochen zäh und witterungsbeständig. Er ist hellgrau und in poliertem Zustand von glänzend-silbriger Farbe. Seine Verarbeitung verlangt spezielles Know-how, da sich der Stahl in flüssigem Zustand aggressiv verhält. Die hohe Giesstemperatur stellt besondere Anforderungen an den Formmantel.

Die Formen werden bei uns vorbereitet und in einem Spezialbetrieb gegossen. Durch die aufwändige Verarbeitung sind die Kosten für einen Guss in Chromnickel-Stahl sehr hoch.
Giesstemperatur: 1'560–1'650 Grad Celsius

 

Blei

Blei ist ein häufig verwendetes Metall und kulturgeschichtlich bedeutsam. Vor allem im Barock war es als Giessmetall verbreitet. 

Blei hat eine dunkelgraublaue Farbe und ist schwer, tief und warm im Ausdruck. Im Gegensatz zur oberflächenaktiven Bronze verändert es seine Farbigkeit wenig. Im Körper reichert es sich an und führt leicht zu Vergiftungen. Seine Eigenschaft, Strahlen zu absorbieren, kann ein Grund für die Verwendung von Blei sein. Wegen seiner niedrigen Giesstemperatur kann es ohne grossen Aufwand verarbeitet werden.
Giesstemperatur: 340–400 Grad Celsius

 

Zink

Zink wurde im 19. Jahrhundert häufig für den Figurenschmuck auf Dächern verwendet. Es ist ein relativ billiges, leicht zu verarbeitendes Material. Besonders bei Kälte wird es extrem brüchig und korrosionsanfällig; daher stellt es zunehmend eine Aufgabe für Restauratoren dar.
Giesstemperatur: 480–520 Grad Celsius

 

Zinn

Zinn findet Verwendung vor allem als Lot in Verbindung mit Blei. Es ist weich und biegsam. Da es ungiftig ist, wird es für Lebensmittel eingesetzt – früher als Zinngeschirr, heute vor allem bei verzinntem Dosenblech. Durch den niedrigen Schmelzpunkt von 232 Grad Celsius ist es ein geeignetes Material für häusliche Giessversuche. Erkennungsmerkmal von reinem Zinn ist der sogenannte «Zinnschrei» – ein charakteristisches Knirschen beim Verbiegen des Metalls.
Giesstemperatur: 250–290 Grad Celsius

 

Silber

Silber: Sterling Silber

Hohe Abbildungsschärfe, edles Aussehen und sehr heller Glanz.

Anteile in Prozent: Ag 92.5 / Cu 7.5

Giesstemperatur: 1'000–1'150 Grad Celsius