Beim digitalen Modellieren werden Objekte auf dem Computer und nicht manuell modelliert. Über den 3D-Scan können auch manuelles und digitales Modellieren kombiniert werden. Das computergestützte Modellieren geschieht über die Bearbeitung eines virtuellen 3D-Modells in einem 3D-Programm. Ähnliche Programme verwenden auch Hersteller von Animationsfilmen.

 

Wir in der Kunstgiesserei verwenden das 3D-System Freeform Modeling von SensAble in Verbindung mit einem haptischen System. Über ein haptisches System kann der Anwender ein virtuelles Objekt mit einem Stift erfühlen und abtasten. Dieser Stift ist ein geführtes Bediener-Interface, das einer Computermaus vergleichbar gesteuert wird, jedoch im freien dreidimensionalen Raum. Ohne Widerstand bewegt sich der Stift im leeren dreidimensionalen Raum, bis der Cursor auf einen virtuellen Gegenstand trifft. Im Gegensatz zur realen Welt kann man im virtuellen Raum in ein Objekt eintauchen und dieses von innen abtasten, fühlen oder von innen nach aussen bearbeiten und konstruieren.

 

Freeform wird in der Kunstgiesserei unter anderem für das Zusammenspiel mit dem Halbfabrikat vom digitalen 3D-Scan verwendet. Dazu wird ein 3D-Scan mit Freeform weiterbearbeitet; so können zum Beispiel «Löcher» in der digitalen Oberfläche – nichterfasste Scan-Daten – geschlossen werden. Nachträglich kann man Scan-Daten auch verändern, ummodellieren, biegen oder verformen. 

 

Freeform wird auch bei der Modellherstellung anhand 3D-Daten auf der CNC-5-Achs-Fräsmaschine und dem Fräsroboter verwendet: für präzises Verschneiden von komplexen Geometrien, tiefen Hinterschnitten oder extremen Dimensionen. Die Teilungen können mit Flanschen/Passer ergänzt werden, sodass sie später exakt zusammengebaut werden können.

 

Die Modelliertechnik wird zusätzlich für Gewichts-, Schwerpunkt- und Oberflächenberechnung angewendet.