Ohne Titel. Nach Man Ray, 2005

Eisen, 53 × 28x 26 cm

Objekte und räumliche Inszenierungen gestaltet Raetz mit grosser Präzision und oft über lange Zeiträume hinweg. Der Dokumentarfilm Markus Raetz des Schweizer Filmemachers Iwan Schumacher gibt Einblick in den Schaffensprozess des Künstlers. Über zweieinhalb Jahre wurde die Entstehung der Arbeit Ohne Titel. Nach Man Ray mit der Kamera begleitet.

Auf den ersten Blick besteht diese Arbeit aus zwei tonnen- oder vasenartigen Objekten, die durch Zahnräder im Sockel synchron verbunden sind. Das Wesentliche spielt sich zwischen den Gegenständen ab: Im Negativ-Raum entsteht die Umrisslinie eines Frauenaktes, der mit Ablauf der Rotierbewegung tänzerisch von Standbein zu Spielbein hin und her wechselt. Durch die Schwere der Tonnen kommt die Bewegung nur langsam zum Stillstand.

Markus Raetz hat die Objekte zunächst als Scheibenmodell konstruiert, geschnitten und gefeilt. Diese ersten Modelle wurden in Silikon abgeformt und in Hartformgips gegossen. Daraufhin wurden die Gipsmodelle vom Künstler gründlich überarbeitet und anschliessend von der Kunstgiesserei in Eisen gegossen. Die Kunstgiesserei fertigte drei Exemplare und einen Artist Proof.