Geboren 1975 in Mexico City, lebt und arbeitet in Berlin.
Literatur in der Kunstbibliothek Sitterwerk

Die mexikanische Künstlerin Mariana Castillo Deball experimentiert in ihren Arbeiten mit ganz unterschiedlichen Materialien und Ausdrucksformen. In ihren Arbeiten stellt sie Bezüge zu Mathematik und Philosophie her, zu mexikanischer Volkskunst und Archäologie, zu Märchen und Mythen.

Uncomfortable Objects, 2012

Stuckmarmor auf Stahlkonstruktion, 700 × 260 × 8 cm

Die für die dOCUMENTA 13 entwickelte Arbeit, eine geschwungene Stuckmarmor-Wand, beruht auf einer Formel des Mathematikers Felix Klein (1849–1925) und gehört zu Castillo Deballs Serie der «Uncomfortable Objekts».

Stuckmarmor – ein Imitat echten Marmors – ist eine Technik aus den Barockkirchen des 17. Jahrhunderts, die die Künstlerin für ihre Arbeit aufgegriffen hat. Beim Stuckmarmor (Scagliola) wird eine Gipsmasse mit Knochenleim und verschiedenfarbigen Pigmenten vermischt. Die gefärbten Massen werden marmorartig ineinandergeknetet und verdreht. Die Künstlerin arbeitete bei ihrer Variante zusätzlich Materialien wie Steine, Muscheln, Stoff, Glas, Holz, Ton sowie zerbrochenen Nippes, Kopien archäologischer Artefakte und Werkzeuge in die Masse mit ein. Diese wurde in mehrere, mit einem inneren Netz verstärkte Rahmen aus Stahl gefüllt, bearbeitet, getrocknet und später zu der geschwungenen Wand zusammengebaut. Auf der einen Seite bildet der Stuckmarmor eine unebene, matte Struktur, auf der anderen Seite ist die Oberfläche ganz glatt.