Geboren 1959 in Saudi-Arabien, lebt in Riad. Die saudi-arabische Künstlerin beschäftig sich mit den kulturellen Werten und Traditionen ihres Heimatlandes und insbesondere deren Veränderungen durch den Einfluss von Globalisierung und Konsumkultur. Ihre Skulpturen entstehen durch eine ästhetisierte Anordnung von vorgefundenen traditionellen Objekten aus der arabischen Welt. Die objets trouvés kauft sie an Flohmärkten und Trödelläden, daran interessiert sie, wie die einst kulturell wichtigen Objekte ausrangiert und entwertet wurden.

 

Food for Thought 'Abraj', 2015

Chromstahlblech getrieben
5 Säulen, 45 Töpfe, Ø 68, 80, 97cm, Höhe 220 bis 338 cm

Maha Malluh kam mit einem Projekt für eine permanente Installation für das Jeddah Sculpture Museum in Saudi-Arabien zur Kunstgiesserei St.Gallen. Als Teil der Food-for-Thought-Serie ging es darum, einen speziellen Typ von Kochtopf, der im arabischen Raum über dem offenen Feuer verwendet wird, in verschiedenen Grössen zu fünf Säulen aufzutürmen. Die Künstlern hatte dafür als Ausgangslage einen Turm aus 10 gebrauchten Aluminium-Kochtöpfen. Für die teils über 3 Meter hohen Türme für die Strandpromenade in Jeddah musste allerdings ein Material gefunden werden, das einerseits stabil und robust ist und andererseits den extremen Wetterbedingungen durch die Hitze und Sonneneinstrahlung wie auch der Salzwasserluft auf lange Zeit standhält. Daher wurden die Töpfe nach dem Vorbild der Originale in Chromstahlblech in China getrieben und danach in St.Gallen patiniert. Anhand der erwähnten Arbeit von Malluh wurden die Grössenverhältnisse bestimmt, die Topfränder für eine bessere Stabilität vereinfacht. Aus den daraus entstandenen Zeichnungen wurde in Shanghai ein Testguss erstellt. Nach nochmaliger überarbeiteter Form wurden die Zeichnungen einer spezialisierten Treiberei in China gegeben. In Zusammenarbeit mit der Kunstgiesserei St.Gallen Sculpture Production (Shanghai) wurde ein Negativmodel in Fiberglas gefertigt, darüber wurden die Einzelteile, welche in einer Art Schnittmuster unterteilt wurden, in die vorgegebene Form gehämmert. Das getriebenen Chromstahlblech wurde danach verschweisst und geschliffen, sowie mit einer Innenverstrebung mit einer Hülse für die Verbindung mittels einer Mittelstange versehen. Für die Gewichtsreduktion der Arbeiten wurden die Topfränder doppelwandig gemacht, was eine Massivität des Metalls suggeriert, obwohl die Schalen an sich aus einer dünnen Metallschicht sind. In unserer Produktionshalle in Shanghai wurden die 5 Säulen schliesslich montiert und verpackt für den Transport nach St.Gallen. Zusammen mit der Künstlern wurde in der Schweiz die Patina gemacht, welche die Kochtöpfe aussehen lässt, wie vom Feuer verrusst. Die Kunstgiesserei St.Gallen betreute im März 2016 die Installation der Arbeit in Jeddah, wo die Säulen an der «Al Hamraa»-Promenade seither zu sehen sind.