Werke

Muschel (hellgrün), 2015

Lackierter Bronzeguss, 283 × 175 × 178 cm

Das Motiv der Ecknische an historischen Bauten hat Katharina Fritsch schon lange fasziniert. Auch die Kaurimuschel weist viele Referenzen in der Kulturgeschichte auf. Man findet sie als Beigabe in neolithischen Gräbern in Eurasien und Afrika. Seit dem 6. Jahrhundert verbreitete sie sich durch die Wasserhandelswege in ganz Europa und diente als Währung, als Schmuckstück oder als weibliches Fruchtbarkeitssymbol. Sie wurde als Amulett gegen den bösen Blick getragen und in ozeanischen Fetischfiguren als Auge eingesetzt.

Katharina Fritsch interessiert sich für all diese Verwendungen und Bedeutungen. Die Muschel wurde für eine Ecknische an einem neuen,  von Herzog & de Meuron für ein grosses Basler Pharmaunternehmen erbauten Bürogebäude am Rhein angefertigt, gut sichtbar über dem Ufer eines der wichtigsten Wasserhandelswege Europas. Unter anderem verkörpert sie die Sehnsucht nach dem Meer und vielleicht mag man sich fragen, ob sie Töne aussendet, wenn der Wind durch sie pfeift.

Nach Jacqueline Burckhardt, Mai 2015