Geboren 1948 in Bad Oldesloe (D), Studium der Malerei (Hamburg), Kunstgeschichte und Philosophie (Köln), Fotografie und Grafik (HdK Berlin) und schliesslich an der Kunstakademie Düsseldorf. Lebt und arbeitet heute in Berlin. In ihrem vielseitigen und radikalen Schaffen erweitert Isa Genzken die Gattung Skulptur durch eine sich ständig neuerfindende Bildsprache und eine scheinbar uneingeschränkte Nutzung von Materialien und Medien. Ihr Interesse an der formalen Sprache von billigen Materialien und Massenprodukten aus aller Welt manifestiert sich in düsteren Objekten bis zu positiv konnotierten affirmativen Arbeiten, wie etwa die überdimensionierten Blumenskulpturen. Diese stehen exemplarisch für ihre Arbeiten, die sich mit der absoluten und relativierten Idee von Schönheit beschäftigen, von Sein und Schein, wie auch mit unserer Wahrnehmung von Bildern und Objekten, insbesondere das Spiel von Grössenverhältnissen im Kontext von Architektur, Natur und Massenkultur.

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Rose III, 2016

Aluminiumguss, galvanisierter Stahl, Lack
830 × 310 × 260 cm
Edition von 3 + 1 AP

Die über 8 Meter hohe Skulptur in Form einer Rose von Isa Genzken ist ein lackierter Aluminiumguss mit Stahlkern, der trotz seines Gewichts von beinahe 500 kg auf einem minimalen Sockel mit nur 4 Schrauben leichtfüssig in der Landschaft steht. Sie repräsentiert ein gelungenes Beispiel für den Kompromiss von Giessbarkeit und flexibler Weiterverarbeitung in Metall und Lack.

In einem ersten Schritt wurden die technischen 3D-Datensätze aus dem Künstlerstudio mit gescannten Daten einer tatsächlichen Rose kombiniert. Dies ermöglichte die Aneignung der botanischen Sprache und die Einarbeitung von Details wie etwa Druckstellen und verschiedenen Oberflächenstrukturen. Die Einzelteile wurden schliesslich mit dem hauseigenen PMMA-3D-Drucker gedruckt und darauf im Direktausbrandverfahren in Aluminium gegossen. Die Teile wurden zusammengeschweisst, mit Ausnahme der Blüte, deren Blätter mit einem Schraubsystem einzeln montiert werden, da jedes Blatt individuell bemalt ist. Der Stiel, die vier Zweige und die Blüte in 10 Teilen sind mit einem Epoxyfarbsystem grundiert und mit Airbrush-Technik lackiert. Dabei wurde die Farbigkeit anhand einer richtigen Rose und zusammen mit der Künstlerin bestimmt. Nach der Endmontage aller Einzelteile gab es den letzten Farbabgleich. Ein extra angefertigtes gebogenes Rohr aus hochfestem Chromstahl im Innern des Stiels garantiert die statische Stabilität. Zur Vermeidung von stehendem Wasser wurde ein Regenablauf eingebaut.

Die erste Rosen-Skulptur von Isa Genzken wurde erstmals 1993 auf dem Messegelände in Leipzig gezeigt.

Zwischen 2016–2017 wurden alle 3 Editionen von Rose III in der Kunstgiesserei St.Gallen produziert.