Geboren 1957 in Shanghai, lebt und arbeitet in Shanghai.
Hu Jieming gehört zu den Pionieren der digitalen Videoinstallations- und Medienkunst in China. Seine wichtigsten Themen sind Zeit, Erinnerung und das Verschmelzen von Vergangenheit und Gegenwart.

Tai Chi,2014

Kinetische Installation mit Videoprojektoren / Knochen aus Kunststoff mit eingelassenen Projektoren, Verbindungsrahmen aus Aluminium mit Motoren, Mechanik, Sensoren
4200 × 8000 × 3700 cm

«Tai Chi» besteht aus über 200 künstlichen Knochen. In diesem Konstrukt ist eine eigens entwickelte Mechanik mit Motoren verborgen, zudem sind in den Knochen Videoprojektoren eingelassen. Damit bewegt sich das Kunstwerk sehr langsam durch den abgedunkelten Ausstellungsraum. Dank Sensoren kann die Wand des Raumes erkannt und die Richtung gewechselt werden. Für dieses Werk wurde sehr viel Entwicklungsarbeit geleistet. Sämtliche Antriebe wurden durch die Kunstgiesserei selbst konzipiert. Für die Steuerung wurde ausgiebig recherchiert und getestet. Ein 1:1-Modell aus Holz diente dazu, Bewegungsexperimente und statische Belastungsproben durchzuführen. Letztendlich wählte man als Gerüst eine Aluminiumkonstruktion, die die wirkenden Kräfte aufnehmen kann und zugleich leicht genug ist, um sich zu bewegen.

Unterschiedliche Knochentypen wurden zunächst in ihrer endgültigen Grösse von Hand in Ton modelliert. Dabei wurden Gelenke und Antriebswellen aneinander angepasst. Als Platzhalter für die Beamer dienten Holzstücke. Dann wurden die Knochen im Rotationsgussverfahren aus Kunststoff gegossen. Dabei waren die Hohlräume bereits eingeplant, um die Projektoren und die Mechanik einfügen zu können. Auch die Positionierung der Aluminiumkonstruktion wurde bereits im Gussverfahren mitgedacht. Den Kunststoff färbte man in der gewünschten Knochenfarbe ein, so dass nur geringe Nachpigmentierungen nötig waren.

«Tai Chi» bewegt sich reibungslos, langsam und geschmeidig.